O Tannebaum

 O Tannenbaum, o Tannenbaum,

 wie treu sind deine Blätter.

 Du grünst nicht nur zur Sommerzeit,

 nein auch im Winter, wenn es schneit:

 O Tannenbaum, o Tannenbaum,

 wie treu sind deine Blätter!

 

 O Tannenbaum, o Tannenbaum,

 du kannst mir sehr gefallen!

 Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit

 ein Baum von dir mich hoch erfreut!

 O Tannenbaum, o Tannenbaum,

 du kannst mir sehr gefallen!

 

 O Tannenbaum, o Tannenbaum,

 dein Kleid will mich was lehren!

 Die Hoffnung und Beständigkeit

 gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit!

 O Tannenbaum, o Tannenbaum,

 dein Kleid will mich was lehren!

 

Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen

Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen,

Wie glänzt er festlich, lieb und mild,

Als spräch’ er: wollt in mir erkennen

Getreuer Hoffnung stilles Bild.

 

Die Kinder stehn mit hellen Blicken,

Das Auge lacht, es lacht das Herz;

O fröhlich’, seliges Entzücken!

Die Alten schauen himmelwärts.

 

Zwei Engel sind hereingetreten,

Kein Auge hat sie kommen sehn,

Sie gehn zum Weihnachtstisch und beten,

Und wenden wieder sich und gehn:

 

„Gesegnet seid ihr alten Leute,

Gesegnet sei du kleine Schaar!

Wir bringen Gottes Segen heute

Dem braunen, wie dem weißen Haar!

Zu guten Menschen, die sich lieben,

Schickt uns der Herr als Boten aus,

Und seid Ihr treu und fromm geblieben,

Wir treten wieder in dies Haus!“ –

Kein Ohr hat ihren Spruch vernommen,

Unsichtbar jedes Menschen Blick,

Sind sie gegangen, wie gekommen,

Doch Gottes Segen blieb zurück!